Hausmaße und Dachform

Typisch in DE: 25–45° Satteldach
Material + Verlegung
Gauben addieren zur Dachfläche
Dachfläche gesamt (m²)
Grundfläche
Neigungsfaktor
Material brutto (+15%)
First (lfd. m)
Traufe (lfd. m)
Eindeckungskosten

Dachformen in Deutschland: Was sind die Unterschiede?

DachformBeschreibungNeigungKosten-Index
SatteldachZwei geneigte Dachflächen, Giebel an den Seiten25–50°Günstig (Basis)
WalmdachVier geneigte Dachflächen, kein Giebel20–45°+15–25%
PultdachNur eine geneigte Dachfläche5–20°Günstig (−10%)
MansarddachZwei verschiedene Neigungen pro Seite20–60°+30–50%

Dachdeckung Materialkosten (Richtwerte 2026)

MaterialMaterialpreisVerlegungGesamt ca.
Betonziegel18–35 EUR/m²35–50 EUR/m²53–85 EUR/m²
Tonziegel25–50 EUR/m²40–60 EUR/m²65–110 EUR/m²
Schiefer (Natur)60–120 EUR/m²60–80 EUR/m²120–200 EUR/m²
Trapezblech15–35 EUR/m²20–30 EUR/m²35–65 EUR/m²
Bitumenschindeln12–25 EUR/m²20–30 EUR/m²32–55 EUR/m²
Flachdach (EPDM)20–40 EUR/m²25–40 EUR/m²45–80 EUR/m²

Preise inkl. MwSt, ohne Gerüst, Dämmung oder Entsorgung der Altdeckung. Holen Sie immer 3 Angebote von regionalen Dachdeckern ein.

Richtwerte für den deutschen Markt (2026), zusammengestellt aus typischen Dachdecker- und Baumarktpreisen. Sie ersetzen kein verbindliches Angebot und werden periodisch aktualisiert.

Wie wird die Dachfläche berechnet?

Die Dachfläche ist immer größer als die Grundfläche des Hauses, weil die Dachneigung die tatsächliche, geneigte Oberfläche vergrößert:

Grundfläche = (Hauslänge + 2 × Überstand) × (Hausbreite + 2 × Überstand) Neigungsfaktor = 1 ÷ cos(Dachneigung) Dachfläche (Satteldach) = Grundfläche × Neigungsfaktor Dachfläche (Walmdach) = Grundfläche × Neigungsfaktor × 1,20 (≈20% mehr wg. 4 Dachflächen) Dachfläche (Pultdach) = (Grundfläche ÷ 2) × Neigungsfaktor × 1,10 Dachfläche (Mansarddach) = Grundfläche × Neigungsfaktor × 1,40 (zwei Neigungen pro Seite) Materialbedarf brutto = Dachfläche × 1,15 (+15% Verschnitt/Überlappung)

Der Neigungsfaktor steigt mit der Dachneigung: Bei 30° beträgt er ca. 1,155, bei 45° bereits 1,414. Das bedeutet: Je steiler das Dach, desto mehr Eindeckungsmaterial wird benötigt — bei gleicher Grundfläche. Walmdächer benötigen zusätzlich mehr Fläche als Satteldächer, da alle vier Seiten geneigt sind statt nur zwei.

Beispielrechnung: 10 × 8 m Haus, 35° Satteldach

Mit den Standardwerten des Rechners (0,5 m Dachüberstand, 80 €/m² Eindeckung):

Grundfläche (11 m × 9 m inkl. Überstand)99 m²
Neigungsfaktor bei 35°1,221
Dachfläche gesamt≈ 120,9 m²
Materialbedarf brutto (+15%)≈ 139 m²
Eindeckungskosten (120,9 m² × 80 €)≈ 9.670 €

Ein gleich großes Walmdach läge bei derselben Neigung rund 20% höher (≈ 11.600 €), da vier statt zwei Dachflächen eingedeckt werden müssen. Diese Kosten betreffen ausschließlich die Eindeckung — Gerüst, Dämmung und Entsorgung der Altdeckung kommen separat hinzu (siehe unten).

Was diese Schätzung nicht abdeckt

Die Eindeckungskosten sind meist nur ein Teil der Gesamtkosten einer Dachrenovierung. Folgende Positionen sind nicht im Rechner enthalten und sollten separat kalkuliert werden:

  • Gerüststellung: je nach Gebäudehöhe und Standzeit oft mehrere hundert bis über tausend Euro
  • Dachdämmung: Auf- oder Zwischensparrendämmung kann die Gesamtkosten deutlich erhöhen, besonders bei energetischer Sanierung
  • Entsorgung der Altdeckung: Abbruch und fachgerechte Entsorgung alter Ziegel oder Bitumenschindeln
  • Statik und Dachstuhl: Reparaturen an Sparren, Balken oder der Dachkonstruktion selbst, falls bei der Öffnung Schäden sichtbar werden
  • Genehmigungen: Bei denkmalgeschützten Gebäuden oder sichtbaren Fassadenänderungen können zusätzliche Auflagen und Kosten entstehen
  • Firstziegel und Trauflattung: werden separat bestellt und sind nicht in der Flächenberechnung enthalten

Aus diesem Grund unterscheiden erfahrene Dachdecker meist zwischen drei Leistungsstufen: reine Neueindeckung (was dieser Rechner abbildet), Neueindeckung plus Dämmung, und eine vollständige Dachsanierung inklusive Dachstuhl-Instandsetzung — deren Mehrkosten stark vom baulichen Zustand abhängen und sich nur vor Ort seriös beziffern lassen.

Häufige Fragen zum Dachrechner

Warum ist die Dachfläche größer als die Grundfläche des Hauses?+
Weil das Dach geneigt ist. Eine schräge Fläche, die dieselbe Grundfläche überdeckt, ist immer größer als eine flache Fläche — der Neigungsfaktor (1 ÷ cos der Neigung) drückt aus, um wie viel. Bei 35° etwa 22% mehr Fläche als die reine Grundfläche.
Welche Dachform ist am günstigsten?+
Das Pultdach ist bei gleicher Grundfläche meist am günstigsten, da nur eine geneigte Fläche eingedeckt wird. Das Satteldach ist der gängige Mittelweg. Walmdach und Mansarddach benötigen deutlich mehr Eindeckungsmaterial und damit höhere Kosten.
Ist die Gerüststellung im Preis enthalten?+
Nein. Der Rechner bildet ausschließlich die Eindeckungskosten (Material + Verlegung pro m²) ab. Gerüst, Dämmung, Entsorgung der Altdeckung und mögliche Dachstuhl-Reparaturen kommen separat hinzu — siehe Abschnitt oben.
Wie viel Verschnitt sollte ich bei der Materialbestellung einplanen?+
Als Richtwert setzt der Rechner 15% Materialaufschlag für einfache Dächer an. Bei komplexeren Dächern mit Gauben, Dachfenstern oder vielen Kehlen sollten 20% oder mehr eingeplant werden, da hier mehr Zuschnitt und Überlappung anfällt.
Was kostet eine Dacheindeckung mit Naturschiefer im Vergleich zu Betonziegel?+
Laut der Tabelle oben liegt Naturschiefer bei ca. 120–200 €/m² Gesamtkosten, Betonziegel bei nur 53–85 €/m². Schiefer ist deutlich langlebiger und optisch hochwertiger, aber auch das teuerste gängige Eindeckungsmaterial in Deutschland.
Muss ich bei einer Dachsanierung eine Baugenehmigung einholen?+
Eine reine Neueindeckung im bestehenden Erscheinungsbild ist in der Regel genehmigungsfrei. Änderungen an der Dachform, Dachgauben, größere Dachfenster oder Gebäude unter Denkmalschutz können jedoch genehmigungspflichtig sein — dies vorab beim zuständigen Bauamt klären.

🏗️ Profi-Tipp: Planen Sie 10% Verschnitt bei einfachen Satteldächern, 15% bei Walmdächern und bis zu 20% bei komplexen Dächern mit Gauben oder Dachfenstern ein. Firstziegel und Trauflattung müssen separat bestellt werden — sie sind nicht in der Flächenberechnung enthalten. Dampfbremsfolie ist teurer als Bitumenpapier, schützt aber die Dachkonstruktion zuverlässiger bei längerer Witterungsexposition.